Neben dem Beruf zum eigenen (soliden) eBook: Wie geht das?

Trainer und Coaches gibt es inzwischen unzählige; beide Begriffe sind nicht geschützt, und Zertifizierungen sagen nicht immer viel aus, weil sie oftmals vor allem dem Marketing der dahinterstehenden Organisationen dienen. Auch „Experte“ schimpft sich so mancher, der vor allem eins kann: sich wichtig tun. Wie zeigt man also außerhalb der eigenen Veranstaltungen, daß man wirklich was draufhat? Indem man die eigene Expertise in Buchform bringt! Und Buch in diesem Sinne ist auch ein eBook: Das läßt sich nämlich selbst in geringem Umfang erstellen und unkompliziert verbreiten.

Neben dem Berufsalltag ist das aber nicht immer einfach. Wie kann so ein Projekt trotzdem gelingen?

Ziel benennen und begrenzen

Zum einen sollte man sich vor Augen führen, was man damit erreichen will: ein bestimmtes Publikum ansprechen und dem einen bestimmten Inhalt überzeugend vermitteln, verständlich, solide und möglichst begeisternd – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Begrenzung heißt das Zaubermittel: Wenn Sie versuchen, Ihr gesamtes Wissen, Ihre gesamte Erfahrung in einen Text zu gießen, dann werden Sie höchstwahrscheinlich scheitern. Wenn Sie sich allerdings auf einen bestimmten Aspekt beschränken, der für Ihr Publikum von besonderem Interesse ist, dann sieht das schon ganz anders aus. Lieber weniger, dafür besser!

Termine festlegen und einhalten

Zum anderen ist Schreiben eine Aufgabe wie jede andere – und wie alle anderen Aufgaben wird diese in der Regel erst und nur dann erledigt, wenn es einen konkreten Termin dafür gibt. Auch in meinen Workshops für Doktoranden, von denen viele im Beruf stehen, weise ich immer wieder darauf hin: Vereinbaren Sie mit sich selbst Termine fürs Schreiben (im ganz umfassenden Sinn, einschließlich Vorarbeiten, Recherche etc.); tragen Sie diese Termine in den Kalender ein wie alle anderen; und dann behandeln Sie sie auch als genauso verbindlich. Einen Kunden würden Sie nicht versetzen, weil auf einmal hier oder dort unbedingt noch etwas erledigt werden muß. Behandeln Sie sich selbst und Ihre Schreibprojekte genauso! Sie müssen auch Ihren Kollegen oder anderen Menschen mit Ansprüchen an Ihre Zeit nicht sagen, um welche Termine es sich dabei handelt. Weisen Sie ggf. einfach darauf hin, daß Sie nicht zur Verfügung stehen, weil Sie schon einen anderweitigen Termin haben – Punkt, aus.

Schreiben und Überarbeiten strikt trennen

Ganz wesentlich ist zudem eine Einsicht: Man muß das Niederschreiben von Gedanken strikt trennen von der Überarbeitung dieses Geschriebenen. Beides verlangt völlig verschiedene Geisteshaltungen, und wenn man die nicht auseinanderzuhalten versteht, wird es sehr schwierig bis unmöglich, etwas zustandezubringen. (Genau das macht übrigens auch vielen Doktoranden das Leben so schwer.) Gerade wenn und weil man ein wirklich gutes Endergebnis will, darf man beim Schreiben von Rohentwürfen nicht ständig die dementsprechenden Maßstäbe anlegen; die gelten nur und erst für die Überarbeitung. Es sind die vermeintlichen Umwege, die schneller und leichter zum Ziel führen – und das ist umso schwerer zu vermitteln, je rationaler der unerfahrene Schreiber denkt.

Unterstützung suchen, Rahmen nutzen

Insbesondere wenn Sie Schreiben nicht als Ihre Lieblingsbeschäftigung erachten, sollten Sie sich unbedingt Unterstützung suchen; Sie verschwenden sonst allzu leicht Ihre Zeit. Das kann alles sein, was Ihnen hilft: die Gruppe von Gleichgesinnten ebenso wie ein Profi, der Ihnen konkrete Tipps und Feedback gibt. Und gerade weil die Aufgabe als solche so weit und offen ist, brauchen Sie einen Rahmen. Den können Sie sich selbst setzen – oder Sie nutzen ein vorhandenes Angebot.

In drei Tagen zum (soliden) eBook?

Ja, das geht – na ja, fast: Auf mehrfache Nachfrage von Interessenten hin habe ich eine Veranstaltung entworfen, in deren Rahmen Sie ein kleineres eBook verfassen können. Zusätzlich zum eigentlichen Workshop verlangt das allerdings etwas Vor- und Nacharbeit Ihrerseits, bei der ich Sie unterstütze. (Für umfangreichere Projekte wird es in Kürze ein separates Angebot geben.)

Termin:   13.-15.7.2017 (Freitag bis Sonntag)
Ort:   Murnau, InnovationsQuartier
Teilnehmerzahl:   maximal sechs
Umfang: drei Workshop-Tage, zwei telefonische Gespräche vorweg (obligatorisch, einmal max. 45 min., einmal max. 30 min.), zwei telefonische Gespräche im Anschluß (nach Ihrem Bedarf, max. je 30 min.)
Kosten:   1.300,- € netto zzgl. 19 % USt, brutto 1547,- €
Anmeldung:   ab sofort, nach telefonischer Absprache (Kontaktdaten); mit Anzahlung von 50 % des Veranstaltungspreises

 

 

Warum das InnovationsQuartier im James-Loeb-Haus gut aufgehoben ist

James Loeb: mehr als ein Lokalheld

Spätestens ab Mitte April 2017 hoffe ich meinen Raum im neuen InnovationsQuartier Murnau nutzen zu können. Das IQ wird im James-Loeb-Haus aufgebaut, dem ehemaligen Gemeindekrankenhaus, das Anfang der Dreißigerjahre von James Loeb  finanziert worden war. Als ich vor ein paar Jahren nach Murnau zog, begegnete mir der Name Loebs zwar an diversen Stellen; ich hielt ihn aber zunächst für eine nur lokal wichtige Größe. Ich hätte kaum mehr danebenliegen können… Wie so oft brauchte es ein paar glückliche Zufälle – und die Bereitschaft, sich auch eines Besseren belehren zu lassen. Inzwischen weiß ich: James Loeb hat nicht nur in Murnau Spuren hinterlassen, sondern weltweit. Weiterlesen

Adversity is your ally (and so are obstacles)

At my workshops with universities and research organisations, we tend to spend quite a lot of time on an exercise called „Jumping Obstacles“ (based on the card deck „75 tools for creative thinking“ by Cordoba Rubino/Hazenberg/Huisman, by the way). This has proven to be very helpful; and if you’re interested in the science behind this, you might want to read about Gabrielle Oettingen’s research: it shows that plain positive thinking is actually harmful, but having a vision and combining this with developing a strategy to deal with upcoming obstacles will help enormously with reaching one’s goals.

Yet obstacles are much more than just a hindrance to deal with, something to get over. Actually the obstacles are what can make your work good, more than just solid – remarkable. This may sound ridiculous at first, but there is a reason to it. Weiterlesen

To get to the desired end, you have to forget about it

So you want to write a doctoral thesis or something similar? First of all you need to know where you’re headed; otherwise you’ll never get there:

  • You really have to know why you want to do this. The more complex, hard and time-consuming the project, the more important this will be.
  • You have to know your goal: what is it you aim for?
  • You have to know what this means for the text you are trying to produce: which criteria will it need to meet?

Yet at the same time you have to be aware that „writing“ actually means two completely different things: the text as an outcome, and the process leading to it. I assume you want to produce the best text possible. What must seem like a paradox to you is the central point of good writing:

To produce a really great text, quite often you will have to forget about all criteria for that when working your way towards it. Weiterlesen

Ideen muß man auch rüberbringen

Ich bin Mitglied der Jury für den diesjährigen „Future Award“; ein früherer Beitrag dazu findet sich hier. In dieser Funktion hatte ich nun in der ersten Jury-Phase 25 Bewerbungen von Studenten und Studentengruppen zu bewerten: im Hinblick auf Vision, Nutzen und Ausarbeitung sowie jeweils zwei Fachkategorien. Ich muß gestehen, ich habe mich schwer getan damit – deutlich schwerer, als ich erwartet hatte. Weiterlesen

Jury für den Future Award 2016: Ich bin dabei!

Ideen entwickeln, verbreiten und beurteilen

Ursprünglich wollte ich mal Richterin werden und habe die entsprechende Ausbildung durchlaufen, das ganze Programm. Auch als ambitionierte Handball-Schiedsrichterin habe ich mich in der Beurteilung üben dürfen; ebenso, als ich mich während des „Doktorierens“ unter anderem durch die nebenberufliche Korrektur von gut anderthalbtausend juristischen Arbeiten finanzierte. Nun unterstütze ich vorrangig Wissenschaftler, die für ihre Arbeit und darüber schreiben. Meine Aufgabe sehe ich nicht zuletzt darin, neuen Ideen und Methoden in die Welt zu verhelfen: Zum einen kann man die besser und leichter entwickeln, wenn man das Werkzeug Schreiben optimal zu nutzen weiß; zum anderen braucht auch die beste Lösung Wahrnehmung, und die profitiert von klarer, ansprechender Darstellung.

Future Award 2016

Jetzt kann ich beides zusammenbringen: Weiterlesen

How to get ahead with a PhD – und warum Promovierte sehr viel mehr auf dem Kasten haben, als die THE meint

Oh no, not again! Ehrlich, ich hab‘ weder was gegen academics.com noch gegen die Times Higher Education (THE). Aber die Facebook-Seite von academics.com hat gestern mal wieder zu einem Doktorandenthema auf die THE verwiesen, und ich finde mal wieder, daß die THE insofern viel zu kurz greift…

Worum geht’s? Die THE hat einen Beitrag veröffentlicht mit dem Titel: „How to get ahead with a PhD“. Der befaßt sich allerdings nun keineswegs damit, wie man etwa mit seinem hart erarbeiteten und schwer erlittenen Doktortitel Karriere macht in den Wissenschaften. (Sehr empfehlenswerte Lektüre ist insofern zum Beispiel „A PhD is not enough“ von Peter J. Feibelman.) Die THE kümmert sich um etwas ganz anderes: die sogenannte „employability“ von Promovierten im Wilden Westen des freien Arbeitsmarkts außerhalb der Hochschulen. Welche Eigenschaften bringt denn so ein fertiger Doktor mit, die ihn für potentielle Arbeitgeber besonders attraktiv machen könnten?  Weiterlesen

Write like a pro: workshop with GIGA Hamburg

In October and November I’ll be heading north again: for a workshop with GIGA Hamburg.

GIGA, the German Institute of Global and Area Studies, is an independent social science research institute and member of the Leibniz association. There they have a very impressive concept of providing their incoming doctoral students with a number of workshops to give them the best possible start. I will give one of these workshops: Weiterlesen

Die SZ, THE und „die besten Unis der Welt“

Es ist mal wieder soweit: Die britische Times Higher Education (THE) hat ein Ranking der angeblich weltweit besten 980 Universitäten veröffentlicht, und die SZ berichtet darüber – korrekt muß man sagen: Die SZ weist brav darauf hin. Denn mit kritischem Journalismus hat das nichts, aber wirklich gar nichts zu tun; und das, obwohl die SZ doch für sich in Anspruch nimmt, sich an schlaue Köpfe zu richten. Nun, schlaue Köpfe können dazu eigentlich nur eins sagen: Weiterlesen

Choosing a PhD subject: there’s more to it than THE tells you!

On their Facebook site, academics.com have posted a link to a Times Higher Education piece on choosing a PhD subject.

This article contains some useful tips, but I don’t think it suitable for general guidance on the issue – probably because it focuses too heavily on the thesis as an outcome, instead of the process leading to it. And some ot the statements are just wrong: like the advice to go for an empirical study rather than a theoretical one, because a PhD student is considered too young to come up with a major breakthrough. This is just bollocks! Some major scientific discoveries have been made as part of a doctoral thesis, and people have even won Nobel prizes for their theses. So, be a proper academic: don’t believe everything you see, even if it is said to come from an expert.

I coach academic writers of all levels and fields, mostly doctoral students though, and I give workshops on how to succeed with your PhD thesis for universities and international PhD events. Based on my experience and a lot of research into everything that can help with writing one’s thesis, from psychology to agile project management, I’d recommend a more systematic approach to make sure you get off on the right foot. So here you go: Weiterlesen